Lebenszykluskosten früh erkennen
Verkehrte Welt: Alle kennen die Kostentreiber einer Immobilie, aber niemand kümmert sich darum. Der Grund ist banal: Bisher waren die größten Kostentreiber einer Immobilie – die Nutzungskosten – in der Planungsphase kaum berechenbar. Zusammen mit e7 Energie Markt Analyse GmbH haben wir ein Computertool zur Berechnung von Lebenszykluskosten entwickelt, das mit einer Schwankungsbreite von +/- 20 Prozent eine höhere Sicherheit als die bisher gängigen Berechnungsmethoden bietet.
Dass die Nutzungskosten einer Immobilie nach etwa zehn Jahren die Investitionskosten übersteigen, ist allgemein bekannt. Gerade dieser erhebliche Kostenfaktor kann in der Frühphase der Planung noch zu 80 Prozent beeinflusst werden. Noch bevor ein Architekt nur zum Stift gegriffen hat, kann man mit dem neuen LZK-Tool nutzerspezifische Volumenmodelle entwickeln. Sie zeigen nicht die Ästhetik, wohl aber die Funktionalität des Gebäudes auf.
Das Computertool betrachtet alle anfallenden Kosten aufgrund von Errichtung, Nutzung, Umwidmung-/Sanierung sowie Rückbau schon in einer sehr frühen Phase. Im weiteren Verlauf der Projektentwicklung schaffen immer differenziertere Auswertungen klare Entscheidungsgrundlagen für maßgeschneiderte Lösungen. So kann beispielsweise in der Voerntwurfsphase schon das Zusammenwirken von Fassade und Haustechniksystem simuliert werden. Später ist der Vergleich unterschiedlicher Komponenten möglich. So können relevante Energieentscheidungen schon sehr früh mit wirtschaftlichen Daten untermauert werden.
Auch im Hinblick auf Sanierungen werden Tools zur genauen Berechnung von Lebenszykluskosten immer wichtiger. Wir wissen, dass 77 Prozent des Gebäudebestands in Österreich aus der Zeit vor 1982 stammt und dieser ist für 95 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aller österreichischen Immobilien verantwortlich. Mit dem LZK-Tool können die Sanierungskosten in Relation zu den Einsparungen übersichtlich gegenübergestellt werden.
Die Entwicklungsarbeit für das LZK-Computertool wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes vom Zentrum für Innovation und Technologie der Stadt Wien gefördert und prämiert.

