Die „Sonne“ im Bregenzer Wald – das revitalisierte Hotel wird dank offener Steuerungstechnik äußerst elegant betrieben. (Fotos: © beigestellt) Eine Besonderheit in der „Sonne“ ist der Garten-Erlebnispool – ein Schwimmbecken, das vom Spa ganzjährig direkt ins Freie führt.
April 2012

Gebäudeautomation zum anfassen

Im völlig neu errichteten Bregenzerwälder Traditionshotel „Sonne“ in Mellau wurde eine offene und leicht verständliche Gebäudeautomatisierung perfekt umgesetzt. Das System von Beckhoff setzt auf PC- und Ethernet-basierende Steuerungstechnik – eine Technologie, die auf internationale Standards setzt.

Während sich die ausführenden Firmen für Sanitär, Heizung, Klima und Elektro mit der Verkabelung sämtlicher Steuerungskomponenten befassten, sorgte das Lustenauer Unternehmen Auttec – Automatisierungstechnologie für Gebäude – für das perfekte Zusammenspiel aller Einzelanlagen und einer für den Nutzer einfach bedienbaren und vor allem aussagekräftigen Visualisierung.

Visualisierung im Vordergrund
Sowohl am Touch-Screen des Schaltschranks wie auch am PC von Direktor Klaus Riezler lassen sich sämtliche Anlagenzustände und Funktionen abrufen und Sollwerte verändern. Da sich ein Haustechniker ständig vor Ort befindet, werden die Sammelstörmeldungen auch nur an diesen beiden Punkten ausgegeben. Eine Aufschaltung mittels GSM-Modul auf ein Handy ist ebenso möglich wie ein Fernzugriff seitens der Automatisierungsprofis, so der Projektleiter Wolfgang Lindorfer beim Rundgang durch die Technikräume.
Im Herz des Schaltschranks laufen im wahrsten Sinn des Wortes alle Drähte zusammen. An den drei CPUs (Rechnereinheiten) von Beckhoff sind mehr als 500 Datenpunkte angeschlossen – und das bei minimalem Platzbedarf. „Obendrein sind wir mit den Beckhoff-Komponenten in der Lage, jegliche Busprotokolle einfach einzubinden. Bei dieser Anlage war es etwa die EIB-Einbindung der diversen Raumsteuerungsfunktionen“, so Auttec-Chef Egon Unterbuchberger. „Dank der Beckhoff-Technologie können wir das in den meisten Gebäuden als Standard vorhandene Ethernet, also die Netzwerkverkabelung, für unsere Steuerungs- und Überwachungsfunktionen verwenden. Der dabei anfallende Datenverkehr ist so gering, dass keine Leistungsbeeinträchtigung gegeben ist. Einzig der IT-Administrator muss mitspielen, was hier in beispielgebender Form der Fall war.

Haustechnik vom Feinsten
Das mit Fernwärme aus Biomasse versorgte Hotel – für die Eindung sorgt ein Beckhoff-Buskoppler in der Umformerstation – besticht durch seine transparente Architektur. Einzige Ausnahme ist hier das „Bregenzer Wälder Haus“, das nach dem nicht rettbaren Original Eins zu Eins neu aufgebaut wurde. Auch hier sorgt eine Fußbodenheizung wie auch im modernen Gebäudetrakt für die Abdeckung der Heizlast und für Behaglichkeit. Jedoch was wäre eine Bregenzer Wälder Stube ohne Kachelofen. Und selbst dieser alte Kachelofen mit einem Warmwasser beheizten Kern wurde regelungstechnisch in die Gebäudeautomation eingebunden, um im Zusammenspiel der beiden Heizflächen den Überblick zu behalten.
Transparente Architektur mit einem traumhaften Ausblick auf das umliegende Gebirgsmassiv bedarf auch höchster Luftgüte im Hotel. Dafür sorgen vier zonierte Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, die über 25 Volumenstromregler und 50 Brandschutzklappen in den Luftkanälen verfügen. Allein die Überwachung dieser Bauteile würde in einem konventionell ausgestatteten Gebäude den Haustechniker bereits voll auslasten. So gilt die Devise, keine Störmeldung – keine Probleme in der Anlage.
Die Bereiche Zimmer und Auf­ent­halts­­räume, Res­tau­rant, Schwimm­bad und Küche werden von je einer Lüftungsanlage versorgt. Für die erforderliche Kühlenergie sorgt ein Frischwasserbrunnen, der außer der Pumpe keine Fremdenergie zur Kältebereitstellung benötigt. So kann man sich auch die vorbildliche Kühlung der Müllräume leisten, wodurch in Verbindung mit einer leistungsfähigen Abluft kein störender Geruch durch das Gebäude steigt. Besonders energieschonend arbeitet auch die Brauchwasserstation mit Einbindung der Abwärme der Kühlzellen und der Wärmerückgewinnung aus der Küchenabluft.
www.beckhoff.at/building


Im Profil: Auttec

Roland Alber und Egon Unterbuchberger haben 2007 die Lustenauer Auttec Automationstechnologie für Gebäude GmbH ins Leben gerufen. Mit einer Crew, die zuvor bei unterschiedlichen Regelungsanbietern wie Siemens, Sauter oder Staefa tätig war und somit einen guten Überblick über die Regelungsbranche einbrachte. Mit der eigenen Company wollen sie die „Unzulänglichkeiten der Branche“ überwinden – mit Gebäudeautomation nicht nur alle Bedürfnisse in einem Gebäude abdecken, sondern auch vorhandene Bestände oder vom Betreiber gewünschte Subsysteme wie EIB oder DALI leicht und kosteffizient integrieren. www.auttec.at


Die „Sonne“ in Mellau

Die Architektur der Ende 2008 eröffneten „Sonne“ aus der Hand der Architekten Bernd Frick und Richard Winkel verbindet Lebenskultur aus dem Ländle mit internationaler Expertise. Das Hotel verfügt über 38 Superior-Zimmer (35 m2) und acht Penthouse-Suiten (45 m2). Die Einrichtung wird dabei von Bregenzerwälder Holzkunst geprägt, aber durch modernste Lichttechnik stimmungsvoll ergänzt. Im 1.500 m2 großen Wellnessbereich führt ein Schwimmbecken direkt ins Freie. Drei Seminarräume lassen sich einfach in einen Veranstaltungssaal mit integrierter Bühnentechnik verwandeln. www.sonnemellau.com